EMV Prüflabor
Villach |Büro
Architekt: Lend Architektur / Fotos: Christian Brandstätter
Projektbeschreibung
Im EMV Prüflabor gibt die sichtbare Holzkonstruktion die räumliche Ordnung bereits vor. Balken, Stützen und Deckenflächen bestimmen Richtung und Rhythmus der Architektur. Die Beleuchtung greift diese Struktur auf und macht sie über Linien, Lichtpunkte und gezielte Aufhellungen weiter lesbar.
In den größeren Räumen orientieren sich lineare Lichtsysteme an der Richtung der Holzbalken und verlängern deren Geometrie in den Raum. In kleineren Bereichen treten kompakte Einbauleuchten innerhalb ruhiger Deckenflächen zurück, während indirektes Licht die Holzoberflächen selbst zum Lichtträger werden lässt.
Entlang der Erschließung erzeugen wiederkehrende Aufbauleuchten einen klaren Rhythmus und verstärken die Tiefe der langen Raumachsen. Licht begleitet hier nicht nur die Bewegung, sondern übernimmt den Takt der Architektur.
Eine bewusste Ausnahme bildet das große Lichtobjekt im hohen Eingangsbereich. Seine organische Form löst sich von der sonst streng geführten Ordnung und erhält gerade dadurch besondere Präsenz. So entsteht die Lichtidentität des Projekts aus konstruktiver Präzision und wenigen gezielt gesetzten Abweichungen.
Projektinformationen
Architekturtyp: Zeitgenössische Unternehmensarchitektur mit sichtbar ausgeprägter Holzkonstruktion, unterschiedlichen Raumproportionen und Deckenhöhen sowie Empfangs-, Arbeits-, Besprechungs- und Erschließungsbereichen.
Lichtkonzept & Planungsansatz: Die Lichtplanung orientiert sich an der konstruktiven Ordnung der Architektur und reagiert zugleich auf unterschiedliche Raumtypen. Lineare Lichtsysteme übernehmen Richtung und Rhythmus der Holzbalken, punktuelle Lichtfolgen begleiten die Erschließung und zurückhaltende Einbauleuchten integrieren sich in ruhigere Deckenflächen. An besonderen räumlichen Situationen kann sich die Beleuchtung bewusst von dieser Ordnung lösen.
Leuchtenintegration: Lineare Lichtsysteme entlang der Holzkonstruktion und über länglichen Nutzungsflächen werden mit kompakten Einbauleuchten, rhythmisch angeordneten Aufbauleuchten und indirekten Lichtanteilen an Holzoberflächen kombiniert. Ein großformatiges organisches Lichtobjekt setzt im hohen Eingangsbereich einen bewussten gestalterischen Akzent.
Raumwirkung: Lichtlinien und wiederkehrende Lichtpunkte verstärken Richtung, Rhythmus und Tiefe der vorhandenen Architektur, während indirektes Licht die Materialität der Holzoberflächen hervorhebt. Die überwiegend zurückhaltende Integration lässt die Konstruktion im Vordergrund und verleiht dem einzelnen skulpturalen Lichtobjekt zusätzliche Präsenz.
Fragen zur Lichtplanung in Gebäuden mit sichtbarer Holzkonstruktion
- Wie können lineare Lichtsysteme in eine sichtbare Holzkonstruktion integriert werden?
Die vorhandene Tragstruktur kann Richtung und Position der Beleuchtung vorgeben. Im EMV Prüflabor verlaufen lineare Lichtsysteme parallel zu den Holzbalken und führen deren Geometrie im Raum weiter, statt ein zusätzliches unabhängiges Raster zu erzeugen.
- Wie kann indirektes Licht die Wirkung von Holzoberflächen verändern?
Wird Licht nahe an einer Holzfläche geführt, entsteht ein weicher Helligkeitsverlauf über das Material. Die Oberfläche reflektiert einen Teil des Lichts zurück in den Raum, während Maserung und Struktur stärker wahrnehmbar werden.
- Warum eignen sich kleine Einbauleuchten für ruhige Deckenflächen?
Kompakte Lichtquellen können funktionales Licht bereitstellen, ohne eine großflächige Deckenstruktur zusätzlich zu unterteilen. Im EMV Prüflabor bleiben die perforierten Decken dadurch als zusammenhängende Flächen wahrnehmbar, während die Leuchten als präzise Lichtpunkte integriert sind.
- Wie können wiederkehrende Aufbauleuchten lange Erschließungsbereiche strukturieren?
Regelmäßig gesetzte Lichtpunkte erzeugen entlang einer Raumachse einen visuellen Rhythmus. Im EMV Prüflabor verstärkt diese Wiederholung die Perspektive des langen Erschließungsbereichs und begleitet gleichzeitig die Bewegungsrichtung durch das Gebäude.
- Warum folgen Lichtlinien häufig der Richtung von Balken und Tragstrukturen?
Wenn eine sichtbare Konstruktion bereits eine starke räumliche Ordnung vorgibt, muss die Beleuchtung keine zusätzliche Geometrie einführen. Lichtlinien können vorhandene Richtungen aufnehmen und dadurch den Zusammenhang von Tragstruktur, Raumrichtung und Beleuchtung stärken.
- Wann kann eine einzelne dekorative Leuchte bewusst aus der architektonischen Ordnung ausbrechen?
Eine eigenständige Leuchtenform erhält besondere Präsenz, wenn die übrige Beleuchtung konsequent in die Architektur integriert ist. Im hohen Eingangsbereich des EMV Prüflabors setzt sich das organische Lichtobjekt bewusst von der geradlinigen Holzkonstruktion ab und markiert dadurch einen räumlich besonderen Bereich.






