Flaumerie
Ried im Innkreis |Gastronomie
Architekt: cdx.concepte.daxner
Projektbeschreibung
In der Flaumerie treffen zwei unterschiedliche Lichtsprachen aufeinander. Großformatige warmweiße Ringe und kleinere Lichtobjekte treten sichtbar in den Raum, während rotes Licht an Deckenrändern, Einbauten und Raumkanten gebunden bleibt. Aus diesem Gegensatz entsteht die prägnante, kontrastreiche Lichtstimmung des Restaurants.
Über dem Gastraum lösen sich die leuchtenden Kreise vom linearen Raster der Holzdecke und bilden eine freie Geometrie aus unterschiedlichen Größen und Überlagerungen. In Lounge und Tischbereichen verändert sich ihr Maßstab: Kleinere Lichtobjekte rücken näher an Möbel und Aufenthaltsbereiche und schaffen intimere Situationen.
Das rote Licht übernimmt eine andere Rolle. Es zeichnet Übergänge nach, lässt Regale und Barfronten räumlich tiefer erscheinen und verstärkt die Struktur dunkler Materialien. Licht wird hier weniger als Objekt wahrgenommen, sondern scheint aus der Architektur selbst hervorzutreten.
Gerichtete Akzente und bewusst dunklere Flächen ergänzen diese beiden Ebenen. So entsteht die Atmosphäre aus dem Wechsel von sichtbaren Lichtobjekten und integriertem Farblicht, von freier Lichtgeometrie und architektonisch gebundenen Linien.
Projektinformationen
Architekturtyp: Restaurant mit Gastraum, Bar, Lounge und separatem Tischbereich sowie einer kontrastreichen Innenarchitektur aus dunklen Oberflächen, Holzstrukturen, Einbauten und teilweise spiegelnden Flächen
Lichtkonzept & Planungsansatz: Zwei unterschiedliche Lichtsprachen prägen das Konzept: Großformatige, individuell geformte warmweiße Lichtobjekte treten sichtbar in den Raum und bilden eine freie Geometrie unterhalb der streng gegliederten Decke. Integriertes rotes Licht bleibt dagegen stärker an Raumkanten, Einbauten und Übergänge gebunden und macht deren Struktur und räumliche Tiefe sichtbar.
Leuchtenintegration: Kombination aus individuell geformten großformatigen Deckenleuchten, kleineren dekorativen Lichtobjekten, integriertem roten Linearlicht sowie zurückhaltenden gerichteten Lichtquellen. Das rote Licht wird insbesondere an Deckenrändern, Regalen, Barfronten und weiteren Einbauten in die Architektur eingebunden, während die warmweißen Lichtobjekte bewusst als sichtbare Gestaltungselemente auftreten.
Raumwirkung: Die Überlagerung von frei geformten Lichtobjekten und architektonisch gebundenem Farblicht erzeugt eine kontrastreiche räumliche Staffelung. Unterschiedliche Größen und Positionen der sichtbaren Leuchten reagieren auf Gastraum, Lounge und Tischbereiche, während das integrierte rote Licht Kanten, Tiefen und dunkle Materialstrukturen hervorhebt.
Fragen zur Lichtplanung mit dekorativem und integriertem Licht
- Wie können zwei unterschiedliche Lichtsprachen innerhalb eines Restaurants zusammenwirken?
Unterschiedliche Lichtsysteme können verschiedene Aufgaben übernehmen und dennoch Teil eines gemeinsamen Gestaltungskonzepts sein. In der Flaumerie treten warmweiße Lichtobjekte sichtbar in den Raum, während rotes Licht überwiegend an Deckenränder, Einbauten und Raumkanten gebunden bleibt.
- Welche Wirkung können individuell geformte Leuchten in einem Restaurant entfalten?
Individuell geformte Leuchten können über ihre reine Beleuchtungsfunktion hinaus zu einem eigenständigen Bestandteil der Raumarchitektur werden. In der Flaumerie bilden die großformatigen warmweißen Lichtformen eine prägende Komposition über dem Gastraum und bestimmen wesentlich die Wahrnehmung der Deckenebene.
- Wie können frei geformte Leuchten mit einer streng gegliederten Deckenarchitektur zusammenspielen?
Ein bewusster geometrischer Gegensatz kann beide Ebenen stärker hervortreten lassen. In der Flaumerie setzen sich die frei verlaufenden, teilweise überlagernden Lichtformen von der parallelen Ordnung der Holzlamellendecke ab und erzeugen so eine zweite, eigenständige Geometrie innerhalb des Raumes.
- Wie kann farbiges Licht räumliche Tiefe erzeugen, ohne ganze Flächen farbig auszuleuchten?
Farbiges Licht kann gezielt an Übergängen, Kanten und hinter räumlich gestaffelten Bauteilen eingesetzt werden. In der Flaumerie lässt das rote Licht Regale, Barfronten und Deckenanschlüsse plastischer erscheinen, während große Teile der dunklen Materialflächen ihre ursprüngliche Wirkung behalten.
- Welche Wirkung entsteht, wenn farbiges Licht in Regale, Barfronten und Einbauten integriert wird?
Liegt die Lichtquelle innerhalb oder hinter einer Konstruktion, wird weniger die Leuchte selbst als die räumliche Tiefe des Bauteils wahrgenommen. Bei der Flaumerie entstehen dadurch rote Lichtkanten und hinterleuchtete Ebenen, die Einbauten stärker aus ihrer dunklen Umgebung hervortreten lassen.
- Welche Wirkung können Spiegelungen von Leuchten auf einer spiegelnden Decke erzeugen?
Spiegelnde Flächen können Lichtobjekte und Raumstrukturen visuell vervielfachen und dadurch eine zusätzliche Wahrnehmungsebene erzeugen. In der Lounge der Flaumerie erscheinen Leuchten, Möbel und Architektur teilweise erneut in der Deckenfläche, wodurch die räumliche Tiefe zusätzlich verstärkt wird.












