Villa LM
Lago Maggiore, IT |Privat, Aussenraum
Architekt: Archiguards / Fotos: Roland Korner
Projektbeschreibung
Naturstein, Sichtbeton und Glas erzählen im Haus LM von unterschiedlichen Zeiten der Architektur. Der bestehende Bau und seine zeitgenössische Erweiterung bewahren ihren eigenen Charakter und werden dennoch als zusammenhängender Lebensraum erfahrbar. Das Licht schafft dabei Verbindungen, ohne die Gegensätze der Architektur aufzulösen.
Gerichtete Lichtakzente lassen die unregelmäßige Struktur des Natursteins ebenso hervortreten wie die ruhigeren Flächen des Sichtbetons. Beleuchtete Nischen, Treppen und einzelne Wandbereiche begleiten die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Teilen des Hauses und geben Materialien und Raumfolgen Tiefe.
In den Wohnbereichen treten dekorative Leuchten stärker in Erscheinung und schaffen niedrigere, wohnliche Lichtschwerpunkte. Nach außen werden die beleuchteten Innenräume durch die großen Glasflächen selbst Teil der nächtlichen Wahrnehmung des Gebäudes.
Zum Garten und zur Landschaft nimmt sich das Licht zunehmend zurück. Wenige Lichtpunkte begleiten Wege und Aufenthaltsbereiche, während See und Umgebung ihre Präsenz behalten. So verbindet Licht Bestand und Gegenwart, Innenraum und Landschaft, ohne ihre jeweiligen Eigenheiten zu überformen.
Projektinformationen
Architekturtyp: Bestehendes Natursteinhaus mit zeitgenössischer Erweiterung aus Sichtbeton und Glas sowie offenen Bezügen zu Garten, Terrasse und Landschaft
Lichtkonzept & Planungsansatz: Die Lichtplanung reagiert differenziert auf Bestand und Erweiterung, ohne ihre unterschiedlichen architektonischen Charaktere anzugleichen. Gerichtetes Licht modelliert Naturstein und Sichtbeton, integrierte Lichtbereiche begleiten räumliche Übergänge und Erschließung, während dekorative Leuchten in den Wohnbereichen eigenständige Lichtschwerpunkte setzen.
Leuchtenintegration: Kombination aus gerichteten Strahlern, integrierter Nischenbeleuchtung, bodennahen Lichtpunkten, dekorativen Pendel- und Tischleuchten sowie zurückhaltender Wege- und Außenbeleuchtung. Sichtbare und integrierte Lichtquellen übernehmen je nach Raum, Material und Nutzung unterschiedliche Aufgaben.
Raumwirkung: Unterschiedliche Lichtcharaktere verbinden historische und zeitgenössische Bereiche, ohne deren Eigenständigkeit aufzulösen. Materialoberflächen und Übergänge gewinnen an Tiefe, beleuchtete Innenräume werden über große Glasflächen Teil der nächtlichen Außenwirkung, während Garten und Landschaft bewusst zurückhaltend beleuchtet bleiben.
Fragen zur Lichtplanung bei Umbau und Erweiterung von Wohnhäusern
- Wie kann Licht einen historischen Gebäudebestand mit einem modernen Anbau verbinden?
Die Lichtplanung muss unterschiedliche Architekturen nicht optisch vereinheitlichen. Bei diesem Projekt werden Naturstein und Sichtbeton mit jeweils auf ihre Oberflächen abgestimmtem Licht hervorgehoben, während wiederkehrende Lichtprinzipien Übergänge zwischen Bestand und Erweiterung herstellen.
- Wie unterscheiden sich Naturstein und Sichtbeton in ihrer Wirkung unter gerichteter Beleuchtung?
Die unregelmäßige Oberfläche von Naturstein erzeugt unter gerichtetem Licht ausgeprägte kleine Schatten und macht die Materialstruktur plastisch wahrnehmbar. Sichtbeton reagiert ruhiger; hier können Lichtverläufe Schalungsstruktur, Oberfläche und Tiefe der massiven Bauteile hervorheben.
- Wie kann Licht einen Übergangsbereich zwischen Bestand und Erweiterung räumlich lesbar machen?
Treppen und Erschließungsbereiche können dort, wo unterschiedliche Gebäudeteile zusammentreffen, eine wichtige räumliche Verbindung bilden. Im Haus LM begleiten gezielte Lichtpunkte und beleuchtete Wandbereiche den Übergang zwischen Naturstein, Sichtbeton und Glas und machen die verschiedenen räumlichen Ebenen nachvollziehbar.
- Welche Funktion übernimmt integrierte Nischenbeleuchtung in massiven Betonwänden?
Integriertes Licht kann die Tiefe einer Nische betonen, während die eigentliche Lichtquelle optisch zurücktritt. Dadurch wird die massive Betonfläche gegliedert und die Nische als eigenständiges architektonisches Element wahrnehmbar.
- Wie beeinflussen große Glasflächen die Lichtplanung eines Wohnhauses am Abend?
Mit zunehmender Dunkelheit werden beleuchtete Innenräume durch große Verglasungen auch von außen wahrnehmbar. Deshalb beeinflusst die Innenbeleuchtung nicht nur die Raumwirkung im Haus, sondern auch die nächtliche Erscheinung der Architektur und ihre Beziehung zum Außenraum.
- Wie lässt sich ein Grundstück beleuchten, ohne mit der umgebenden Landschaft zu konkurrieren?
Außenbeleuchtung kann sich auf Wege, Zugänge und ausgewählte Aufenthaltsbereiche konzentrieren, anstatt Garten und Umgebung flächig aufzuhellen. Bei diesem Projekt bleiben See und Landschaft dadurch visuell präsent, während wenige Lichtpunkte im Nahbereich Orientierung geben.









