IMAX Cineplexx


Wiener Neudorf |Öffentlich

Architekt: Bureau E

Projektbeschreibung

Vom offenen Foyer bis zum Kinosaal verändert sich im Cineplexx / IMAX SCS nicht nur die Architektur, sondern auch die Rolle des Lichts. Helle Aufenthaltsbereiche gehen in zunehmend dunklere Erschließungsräume über, in denen Lichtlinien, Konturen und Farbe bestimmen, was sichtbar bleibt und wohin sich der Blick richtet.

 

In Lounge- und Gastronomiebereichen tritt Licht noch gemeinsam mit Materialien, Oberflächen und Möblierung in Erscheinung. Lineare Lichtstrukturen überspannen Räume oder folgen ihren Geometrien, während integrierte Lichtflächen und gezielte Akzente einzelne Bereiche hervorheben.

Auf dem Weg zu den Sälen wird die Lichtwirkung selektiver. Blau und Magenta markieren Raumkanten, Wege und Übergänge, gebogene Lichtlinien begleiten Bewegungsverläufe. Im IMAX-Saal reduzieren sich diese Informationen schließlich auf wenige präzise Konturen, die Treppen und räumliche Tiefe lesbar machen.

 

So wird bereits der Weg zum Kinosaal Teil des räumlichen Erlebnisses. Licht wechselt dabei kontinuierlich seine Aufgabe: von raumbildender Präsenz über atmosphärische Differenzierung bis zur konzentrierten Orientierung in der Dunkelheit.

 

Projektinformationen

Architekturtyp: Kinokomplex mit offenen Foyer-, Lounge- und Gastronomiebereichen sowie zunehmend dunkleren Erschließungszonen, Kinozugängen und unterschiedlich gestalteten Sälen

Lichtkonzept & Planungsansatz: Die Lichtplanung folgt der räumlichen Abfolge vom offenen Aufenthaltsbereich bis zum Kinosaal und verändert dabei schrittweise ihre Funktion. In helleren Bereichen strukturieren lineare Lichtsysteme und Akzente den Raum, während in den dunkleren Erschließungs- und Kinobereichen gezielte Lichtlinien, Konturen und Farbe Orientierung, Bewegung und räumliche Tiefe vermitteln.

Leuchtenintegration: Kombination aus linearen Lichtsystemen an Decken, Wänden, Raumkanten und Treppen, integrierten Lichtflächen und beleuchteten Elementen sowie zurückhaltenden Downlights und gerichteten Lichtpunkten. Je nach Bereich bilden die Lichtlinien eine eigenständige grafische Ebene, folgen vorhandenen Raumgeometrien oder werden als präzise Orientierungsinformation in die Architektur integriert.

Raumwirkung: Entlang der Raumfolge verändert sich die Wahrnehmung von einer offenen, materiell erfahrbaren Umgebung zu zunehmend selektiven Lichtinformationen in dunkleren Bereichen. Licht und Farbe differenzieren die einzelnen Erlebnisräume, führen durch Übergänge und machen im Kinosaal mit wenigen präzisen Konturen Wege, Stufen und räumliche Tiefe lesbar.

Fragen zur Lichtplanung in Kinos und Entertainmentbereichen
  • Wie verändert sich die Lichtplanung vom Foyer bis zum Kinosaal?

    Unterschiedliche Bereiche eines Kinos benötigen unterschiedliche Helligkeiten und Lichtfunktionen. Beim Cineplexx / IMAX SCS verändert sich die Beleuchtung vom stärker raumbildenden Licht in Foyer-, Lounge- und Gastronomiebereichen hin zu selektiven Lichtlinien und Konturen, die in den dunkleren Erschließungs- und Kinobereichen vor allem Orientierung und räumliche Lesbarkeit unterstützen.

  • Wie kann Licht in dunklen Kinobereichen Orientierung schaffen, ohne den Raum stark aufzuhellen?

    In dunklen Räumen müssen nicht sämtliche Flächen sichtbar gemacht werden. Präzise gesetzte Lichtlinien können Wege, Stufen, Raumkanten und Übergänge markieren und damit die für die Orientierung relevanten Informationen hervorheben, während die übrige Architektur bewusst im Hintergrund bleibt.

  • Welche Funktion übernehmen Lichtlinien an Treppen in einem Kinosaal?

    Lineares Licht kann die einzelnen Stufen und den Verlauf einer Treppe sichtbar machen, ohne eine hohe allgemeine Raumhelligkeit zu erzeugen. Im IMAX-Saal entsteht durch die wiederkehrenden Lichtlinien zugleich ein Rhythmus, der die Staffelung der Sitzreihen und die räumliche Tiefe des Saales unterstützt.

  • Welche Rolle kann farbiges Licht bei der Orientierung in einem Kino spielen?

    Farbiges Licht kann unterschiedliche Bereiche, Übergänge und Bewegungsrichtungen visuell voneinander unterscheiden. In den dunkleren Zonen dieses Projekts markieren Blau und Magenta gezielt Kanten, Wege und Raumverläufe und werden dadurch neben ihrer atmosphärischen Wirkung auch zu räumlicher Information.

  • Warum werden lineare Lichtsysteme in unterschiedlichen Bereichen eines Kinos verschieden eingesetzt?

    Dasselbe Lichtprinzip kann unterschiedliche architektonische Aufgaben übernehmen. Beim Cineplexx / IMAX SCS bilden lineare Leuchten in offenen Bereichen eine eigenständige grafische Struktur, folgen in anderen Räumen vorhandenen Geometrien und reduzieren sich im Kinosaal auf präzise Konturen für Orientierung und Raumwahrnehmung.

  • Wie können unterschiedliche Kinobereiche durch Licht eine eigene Identität erhalten?

    Helligkeit, Lichtfarbe, Position und Präsenz der Lichtquellen können je nach Nutzung unterschiedlich gewichtet werden. So entstehen innerhalb desselben Kinokomplexes offene und helle Aufenthaltsbereiche, farbig inszenierte Übergangszonen sowie unterschiedlich charakterisierte Kinosäle, ohne dass überall dieselbe Beleuchtungssprache eingesetzt werden muss.

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